Wildbienen

Wildbienensterben – was kannst du tun?

Mit der weltweiten Klimakrise geht ein weltweites Artensterben, auch bei uns einher.

Hier in Deutschland ist hauptsächlich die größte aller Artengruppen, sind die Insekten betroffen. Nicht nur die Anzahl der Arten, sondern auch die Individuenzahl innerhalb einer Art nimmt ab. Das heißt, unseren Insekten geht es schlecht.

Von den ca. 570 Wildbienenarten in Deutschland sind 50 Prozent vom Aussterben bedroht. (Quelle: Heinrich Böll Stiftung, Insektenatlas 2020, S. 16)

 

Alle Insekten brauchen Nahrung, Nistmaterial und Nistplätze – und dies alles möglichst nah beieinander. Wir können sie durch Strukturvielfalt in unseren Gärten fördern. Sei es durch eine Benjeshecke, einen Totholzstapel, aufrechtstehendes Totholz, Steinhaufen, Trockenmauern, Insektenhotels, Sandarien, eine Schale Wasser oder eine Wildblumenwiese. Ganz wichtig ist das Anpflanzen von regionalen Wildpflanzen. Denn Wildpflanzen und Insekten haben sich gemeinsam über Jahrhunderte entwickelt. Der jeweilige Zeitpunkt ihres Erscheinens ist perfekt aufeinander abgestimmt. Bestimmte Pflanzen geben bestimmten Insekten Nahrung oder bieten ihnen einen Nistplatz. Gerade unter den Wildbienen sind ein Drittel der Arten auf ganz bestimmte Pflanzen und ihre Pollen angewiesen.

 

Auch draußen auf der Fensterbank oder dem Balkon lassen sich kleine Inseln für Wildbienen anlegen. Sei es durch Töpfe mit Frühblühern wie der hohen Schlüsselblume oder dem weißblühenden Frühlings-Krokus. Jeder Topf mit ungefüllten Blüten heimischer Wildstauden ist eine Bereicherung für unsere Insekten. Obendrein sind Glockenblumen, Flockenblumen, Katzenminze, Natternkopf, Disteln, Schafgarbe oder Kornblumen auch noch schön anzuschauen.

Vielleicht reicht der Platz sogar für einen Strauch wie der Kornelkirsche. Auch eine Bereicherung ist ein bepflanzter Miniteich beispielsweise in einer Zinkwanne. Aber auch ein Untersetzer mit Steinen und Wasser bietet Wildbienen eine wichtige Trinkstelle.

 

 

Gartenhummel und Brandkraut/Plomis, Foto: M. Evers

 

Sandarium mit Nelken, Witwenblumen und Katzenminze, Foto: A. Zerfaß

 

Knautien-Sandbiene auf Witwenblume/Kautia, Foto: A. Zerfaß