Bienenschutz

Bienensterben- was steckt dahinter?

Seit einigen Jahren ist das Thema Bienensterben in den Medien sehr präsent.

Dabei gibt es allerdings ein großes Missverständnis: Unsere Honigbiene ist eigentlich gar nicht gemeint. Stattdessen sind fast die Hälfte aller Insekten weltweit und der Großteil aller Insektengruppen in Deutschland betroffen. Insekten sind für unser

Ökosystem unverzichtbar, ob als Nahrung für Vögel, Frösche und Eidechsen oder als Bestäuber, zu denen viele Schmetterlingsarten, Motten, Käfer, Fliegen und auch Wespen zählen.
„Uneigentlich“ macht aber auch unseren Honigbienen zu schaffen, was für den

Rückgang der Insekten sorgt: Zerstörung der Lebensräume und Nahrungsgrundlagen durch Flächenverdichtung, Monokulturen und Gärten, in denen es weder Pollen noch Nektar zu holen gibt. Der Einsatz von Pestiziden im Bereich Landwirtschaft, städtische Flächen und Privatgärten tut sein übriges dazu.

 

Wir alle müssen mit anpacken

Schimpfen, ärgern und Schuldzuweisungen helfen nicht, wir brauchen Lösungen, bei denen wir alle mit anpacken können.
– Der Verzicht auf jede Art von Pestizid sollte im eigenen Garten selbstverständlich sein.
– Auf die Gestaltung des eigenen Grundstücks, der Terrasse oder des Balkons sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden, besonders was folgende Themen angeht:
– Wahl von insektenfreundlichen Pflanzen
– „UnOrdnung“ im Garten
– Unterstützung der Insekten mit Nisthilfen
– Auch durch unser Einkaufverhalten haben wir eine Einflussmöglichkeit. Was und wie viel wir von bestimmten Dingen konsumieren, beeinflusst aktiv die Menge und Art bewirtschafteter Flächen.

 

 

Konkrete Tipps für den Insektenschutz
Die Wahl der Pflanzen

Ideen für Balkon und Terrasse
Frühjahrsblüher sind die ersten Pollenlieferanten und für viele Insekten essenziell: Schneeglöckchen, Krokus und Osterglocken sind auch für Blumenkästen geeignet.
Sonnenblumen, Hortensien und Heide sehen im Topf wunderschön aus.
Gegen die große Trachtlücke ab Juni/ Juli, die viele Insekten betrifft helfen beispielweise: Petunien, Lavendel, Begonien, Sonnenhut und Dahlien.
Die üblichen Küchenkräuter sind wahre Insektenmagneten (aber: blühen lassen!): Schnittlauch, Petersilie, Minze, Rosmarin, Thymian, Majoran, Bohnenkraut und viele mehr!
Auf Dauer weniger Arbeit hat mit mehrjährigen Stauden, die teilweise auch sehr gut in Töpfen gedeihen: Pfingst-Nelke, Polster-Seifenkraut, Knäuel-Glockenblume, Färberkamille, Diptam, Roter Sonnenhut, Astern und Fette Henne.

 

Ideen für „etwas mehr Platz“ und Gärten
Zu den oben bereits genannten unverzichtbaren Frühjahrsblühern kann man bei Gärten zusätzlich noch die wichtige Hasel nennen.
Obst bietet vielen Insekten reiche Nahrung. Neben Bäumen gibt es viele Sträucher, die man auch wunderbar im Topf halten kann: Johannisbeere, Himbeere, Stachelbeere, Schlehe.
Wahre Augenweiden für jeden Garten sind Stockrose, Flieder, Königskerze, Klatschmohn, Kornelkirsche, Lilie, Weidenröschen, Stinkende Nieswurz und die Wilde Malve.
Gegen die große Trachtlücke ab Juni/ Juli, die viele Insekten betrifft helfen beispielweise: Dahlie, Borretsch, Besenheide, Feigenblättrige Stockrose, Gewöhnlicher Natternkopf, Kugeldistel, Kornblume, Schneebeere, Tüpfel-Johanniskraut, Weinraute, Spinnenblume, Chrysanthemen und grundsätzlich die meisten Pflanzen mit „Sonne“ im Namen.
Auch im Herbst und Winter sind noch Insekten unterwegs! Hier kann man aushelfen mit Schnee-Heide, Herbstzeitlose, Efeu und Christrose.

Wichtig! Unbedingt auf ungefüllte Blüten achten. Im Zweifelsfall den Fachmann vor Ort fragen, damit man nicht versehentlich eine Züchtung mit wenig Pollen und/ oder Nektar erwischt.

 

Weitere Tipps

– Auch wenn er manches Mal das Allerheiligste im Garten ist, so möchten wir dennoch eine Lanze für die Wiese anstatt des Rasens brechen. Klee, Löwenzahn und Gänseblümchen sind wichtige Trachten für viele Insekten.
– Bodendecker bieten Insekten und vielen anderen Tieren Unterschlupf. Scheinbeere, Scheinerdbeere, Waldglöckchen und Purpurglöckchen sind schöne und nützliche Beispiele.
Das Zurückschneiden der Pflanzen sollte man vom Herbst auf das Frühjahr verschieben. Viele Insekten Unberwintern hier und werden leider beim Schnitt direkt mit entsorgt. Schnittmaterial kann man direkt als Mulch verwenden, in dem viele Insekten ein Zuhause finden.
Sandflächen und feuchter Lehm sind wichtiges Material zum Nestbau. Man kann sie als Trockenmauer, im Wildbienenhotel oder als Fläche arrangieren und geschickt als Hingucker im Garten platzieren.
– In jeden insektenfreundlichen Garten, besonders in heißen Sommern, gehört ausreichend Wasserangebot. Zu beachten ist, dass die Insekten in den Behältnissen nicht ertrinken können, zum Beispiel mit Hilfe von Steinen oder Ästen.
– Wer einen ausreichend großen Garten hat, sollte die Möglichkeit einer „Kruschelecke“ nutzen, die man vielleicht geschickt verstecken kann. Hier kann man das für Insekten und andere Gartenbewohner so wichtige Totholz lagern und einfach mal alles wild wachsen lassen. Vielleicht siedelt sich auch die gute alte Brennnessel wieder an, die für manche Falterarten überlebenswichtig ist.