Gutes von den Bienen

Was ist nun Honig?

Honig ist die Nahrungsreserve des Bienenvolkes für Zeiten mit geringer oder fehlender Tracht (Futter), vor allem für den Winter. Sie wird im Sommer von uns Imkern „entwendet“ und mit Zuckerlösung oder -teig ersetzt, die genau auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmt sind.

Nektar und Honigtau sind die Energielieferanten des Bienenvolkes. Sie bestehen hauptsächlich aus Zuckern und Wasser. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ist diese Zuckerlösung jedoch schnell verderblich. Die Bienen müssen diesen Vorrat an Kohlenhydraten konservieren, um ihn sicher über den Winter zu bringen, ähnlich wie wir Menschen dies mit Gelees und Marmeladen machen. Genau so setzen die Bienen Stoffe hinzu und entziehen den Vorräten Wasser.
Dies ist ein aufwendiger Prozess, der mehrere Tage dauert und viele Arbeitsschritte umfasst.

Die Inhaltsstoffe des Honigs stammen somit aus drei Quellen: dem pflanzlichen Nektar, dem tierischen Honigtau und den Stoffen, die Bienen bei der Honigbereitung zusetzen.

Haben die Bienen den Nektar oder Honigtau, den sie zu Honig verarbeitet haben, überwiegend von einer Quelle gesammelt, so bezeichnet man den Honig als sortenrein oder man spricht kurz von Sortenhonig. Um dies sicher zu stellen, muss der Imker seine Bienen und die Natur genau beobachten und zum richtigen Zeitpunkt die Bienenstöcke zur Trachtquelle bringen (auch „wandern“ genannt), um den Honig ernten.
Der einzelne Sortenhonig bekommt somit seinen Namen immer nach der Quelle, der Tracht.
Die Sortenreinheit kann anhand der Zusammensetzung der Zucker, der im Honig vorhandenen Pollen, sowie an Farbe, Konsistenz und Geruch überprüft werden.

Es gibt zahlreiche Honigsorten, die sich nicht nur durch unterschiedlichen Geschmack auszeichnen. Die häufigsten in unserer Region sind:

Frühtracht oder Frühlingsblumenhonig

Ist ein Mix aus Nektar aller im Frühjahr bis Mitte Mai blühenden Bäumen, Sträuchern und Blumen.
Er hat ein sehr breites Geschmackspektrum von blumig-mild bis malzig, je nachdem welche Pflanzen die Bienen beflogen haben.
Seine Farbe kann von hellgelb bis mittelbraun schwanken.
Dieser Honig neigt zu relativ schneller Kristallisation.

Rapshonig

Ist der häufigste Sortenhonig in Deutschland.
Der Honig hat eine sehr helle bis rein weiße Farbe und ein sehr mildes, süßes Aroma.
Er kristallisiert fest und feincremig.

Obstblütenhonig

Ist ein Blütenhonig aus dem Nektar verschiedener Obstbäume, wie zum Beispiel Apfel, Birne, Pflaume, Quitte, Schlehe und Kirsche.
Dieser Honig kann nur in großen Obstanbauflächen geerntet werden.
Seine Farbe ist zartgelb.
Er hat ein dezentes blumiges Aroma und kristallisiert fest bis cremig.

Akazienhonig

Ist Honig aus dem Nektar der Robinie oder Scheinakazie.
Robinienhonig besitzt einen hohen Anteil an Fruchtzucker und einen sehr niedrigen Glukosegehalt. Durch den niedrigen Glukosegehalt behält dieser Honig lange eine flüssige Konsistenz.
Seine Farbe ist wasserklar bis blassgelb.
Akazienhonig hat einen sehr milden Geschmack. Dadurch kann er gut als natürliches Süßungsmittel verwendet werden.

Kastanienhonig

Hier stammt der Nektar von der Edelkastanie (Marone).
Kastanienhonig hat eine hell- bis dunkelbraune Farbe und ein kräftiges, herbes, blumiges bis etwas bitteres Aroma.
Wegen des niedrigen Glukoseanteils bleibt er lange flüssig.

Lindenhonig

Hier können die Bienen Lindenblütennektar aber auch Honigtau ernten.
Den Honigtau der Linden findet man im Sommer auch als klebrigen Belag auf Scheiben und Lack seines Autos.
Lindenhonig ist eine sehr süße Honigsorte.
Reiner Blütenhonig hat eine sehr helle bis gelbliche Farbe und einen fruchtigen minzigen Geschmack. Der Geruch kann kräftig sein und an Menthol erinnern.
Je nach Honigtauanteil ist der Honig dunkler und herber.

Sommertracht

Ist ein Mix aus Nektar und Honigtau aller ab Mai blühenden Bäumen, Sträucher und Blumen.
Er hat ein sehr breites Geschmackspektrum von würzig bis malzig, je nachdem welche Pflanzen die Bienen beflogen haben.
Seine Farbe kann von hellgelb bis dunkelbraun schwanken je nachdem wie groß der Honigtauanteil ist.
Dieser Honig kann relativ lang flüssig bleiben.

 

Pollen

Beim Aufsaugen des süß duftenden Nektars aus den Tiefen der Blüte streift die Biene den Pollen von den Staubbeuteln der Pflanze ab. Der Pollen bleibt daraufhin im Haarkleid der Biene hängen. Den anhafteten Teil putzt sie nun an ihre Hinterbeine und sammelt ihn dort als kleines Klümpchen, den sogenannten Pollenhöschen. Bei ihrem nächsten Blütenbesuch streifen die anklebenden Pollenkörner eine Narbe einer anderen Pflanze, die somit bestäubt wird.

Hat die Biene genug vom eiweißreichen Pollen gesammelt, kehrt sie zurück zum Stock und übergibt diesen an die Stockbienen. Mehr zu den Vorgängen im Bienenstock können Sie unter Die Biene entdecken.
Die Stockbienen reichern den Pollen mit Nektar und Speichel an und stampfen ihn in die Wabenzellen. In der Zelle findet eine Fermentation statt, die den Pollen haltbar macht. Dieser Pollen, auch Bienenbrot genannt, wird in der kalten Jahreszeit für die Aufzucht der Larven benötigt. In der pollenreichen Zeit werden die Larven mit einem frischen Pollenbrei gefüttert.

 

Wachs

Die Wachswaben entstehen aus einer Zusammenarbeit vieler Arbeiterinnen, die an ihrem Hinterleib auf der Bauchseite acht Wachsdrüsen besitzen, aus denen sie feine Wachsplättchen ausschwitzen.
Die Wachsdrüsen der Bienen sind nur in einem bestimmten Zeitraum ihres Lebens aktiv, können aber von den Bienen reaktiviert werden, z.B. bei Neubau von Waben eines Schwarmes.
Jede einzelne Wachsschuppe wird mittels des Mundwerkzeuges gekaut und geknetet und auf den Rand des bestehenden Wabenbaus „gemauert“.
Ein Wachsplättchen wiegt etwa 0,8 Milligramm. Für 1kg Bienenwachs sind etwa 1,25 Millionen Plättchen erforderlich.
Frischer Wachs ist fast weiß und verfärbt sich erst im Laufe der Zeit in ein sehr breites Spektrum von gelb bis braun.
Am Ende entsteht ein Wabenwerk mit seinem typischen sechseckigen Aussehen.
Diese Waben sind so stabil, dass 100 Gramm Wabe problemlos 2 kg Honig lagern können.

 

Propolis

Ist eine Mischung aus Wachs, Pollen, ätherischen Ölen und vor allem Harz.
Propolis ist die Allroundmedizin für Bienen und wird auch von vielen Menschen als diese geschätzt.

Propolis hat eine nachgewiesene antibaketrielle, antivirale sowie antimykotischer Wirkung.

Durch diese Eigenschaften wird der Stock und seine Mitbewohner vor dem Eindringen von Viren und Bakterien bewahrt.
Die Bienen überziehen den gesamten Innenraum mit dieser klebrigen Masse. Jeder noch so kleine Schlitz wird damit gefüllt, um Bakterien und Viren keine Möglichkeit zur Ausbreitung zu geben.
Auch die Innenwände der Brutzellen werden nach jedem Brutzyklus mit Propolis desinfiziert.

 

Gelée Royal

ist ein „Superfood“ aus den Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen. Die Bienenlarven werden während der ersten drei Larvenstadien damit gefüttert und erhalten dadurch einen enormen Wachstums- und Entwicklungsschub.
Die Larve der Arbeiterbiene erhält anschließend nur noch Pollen und Honig; die Königinlarve hingegen wird bis zur Verdeckelung ihrer Zelle mit diesem Weiselfuttersaft gefüttert.